Der Zottl Der Zottl
Der Zottl Der Zottl Der Zottl
Der Zottl
Der Zottl
Der Zottl Der Zottl
Der Zottl

Quer Gedacht

 

 

Der Zottl

Das Tierschutz-Feigenblatt

Als unbefangener aber logisch denkender Landwirt könnte man annehmen, daß für den Tierschutz in allen österreichischen Bundesländern dieselben Normen gelten. Rinder, Schafe und Ziegen sollen sich doch sicher überall in Österreich wohl fühlen.

Zur Steigerung des Wohlbefindens dieser Tiere gibt es sogar im ÖPUL 2007 Vorschriften für die Weidehaltung über einen bestimmten Zeitraum oder der regelmäßigen Auslaufmöglichkeit. Für die Einhaltung dieser Vorschriften wird eine Weideprämie von € 60,-- / RGVE bzw. eine Auslaufprämie von € 40,-- / RGVE und Jahr gewährt.

Seit der Umsetzung des als „Grünen Pakt“ gefeierten Programms zur Benachteiligung von Grünland- und Biobetrieben, landläufig auch ÖPUL 2007 genannt, fragen sich die Grünland-bauern anderer Bundesländer, warum es diese Weideprämie eigentlich nur in Kärnten, Tirol und Vorarlberg gibt. Soll oder muß das Wohlbefinden von Rindern, Schafen und Ziegen nur in ganz bestimmten Gebieten gesteigert werden? Fühlen sich z. B. die steirischen Rinder schon so wohl, daß eine Steigerung ihres Wohlbefindens nicht mehr möglich ist? Oder ist das ganze nur eine Feigenblatt-Aktion mit „tieferem Sinn“? Entweder will man das Wohlbefinden der Tiere im Sinne des Tierschutzes steigern oder eben nicht. Was soll die selektive Vor-gangsweise?

Eine klare, ehrliche Antwort auf diese Fragen kann oder will unser Herr Lebensminister nicht geben. Als anläßlich des „health checks“ der gemeinsamen Agrarpolitik der EU seitens steirischer Bauern (und sogar Bauernvertretern) massive Versuche unternommen wurden, die Weideprämie auch für andere Bundesländer einzuführen, wurde dieser berech-tigte Wunsch vom Lebensminister lächelnd, aber kaltschnäuzig abgeschmettert. Pröll wörtlich im Interview für die steirische Kammerzeitung :
„Die Steiermark verlangt zwar die Weideprämie, andere Bundesländer sehen das aber anders. Ich bin nicht sicher, ob die Weideprämie die beste Lösung ist.

Es gibt bessere Möglichkeiten, Geld zu den Höfen zu bringen.“ Und weiter: „Wer die Hoffnung für eine Weideprämie geweckt hat, soll sie auch einlösen“. Deutlicher könnte der Herr Lebensminister die professionelle Gleichgültigkeit für berechtigte Anliegen „seiner Bauern“ wohl nicht mehr zum Ausdruck bringen. Benachteiligte Grünlandbauern, und sonst niemand, hatten diese Hoffnung, Herr Minister!
Ja, und offensichtlich geht es gar nicht um den Tierschutz und um die Steigerung des Wohlbefindens von Rinder, Schafen und Ziegen, sondern darum „Geld zu den Höfen zu bringen“.
Hört, hört! Warum segelt das ganze dann unter der Tierschutz-Flagge? Im Umweltprogramm ÖPUL sollen doch Erschwernisse, Mehraufwendungen und Leistungen, die durch Maßnahmen im Interesse der Ökologie, des Tierschutzes und der Umwelt entstehen, abgegolten werden. Die Weideprämie müßte also die Abgeltung für den Mehraufwand sein, der durch die Weidehaltung oder Auslaufgewährung entsteht. Komisch, nach meiner langjährigen, praktischen Erfahrungen ist die Weidehaltung meistens die billigste Form der Rinder-, Schafe- und Ziegenhaltung. Gerade die Hochlandrinderzüchter wissen da bestens Bescheid. Welchen Zweck hat aber dann die Weideprämie und warum kommen nicht wenigsten alle Grünlandwirte in ihren Genuß?

 
Der Zottl
Webdesign: www.schrittweise.at / Konzept: www.maxwaldstein.at