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Aktuelles

 

 

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Reise nach Dänemark 21. bis 24. August 2008

Traditionsgetreu führt unsere Züchterreise alle 2 Jahre ins Ausland. Der Impuls zu unserer diesjährigen Reise ist sicher noch zurückzuführen auf die Bekanntschaft mit dem dänischen Richter Niels Seidenfaden der unsere 8. Highland Cattle Show 2007 richtete.

Durch den langjährigen Kontakt mit Lisbeth Plenge war es möglich ein schönes Programm zusammenzustellen. Lisbeth war bis vor kurzem 12 Jahre lang Präsidentin des dänischen Rassenclubs. Mit ihren dementsprechend guten Kontakten packte sie somit möglichst viele interessante Betriebsbesuche in unser Programm.

Unsere Rundreise führte uns von Kopenhagen (Sjaelland) über die Insel Fyn nach Jutland und zurück.

 
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Eindrücke der Reise

Der ruhige, verpflegungslose Flug der SAS brachte uns sicher in ca. 1,5 h von Zürich nach Kopenhagen. Bereits nach der Passkontrolle erwartete uns Lisbeth mit Schweizerfähnchen. Als ehemalige Flightattendent der SAS überbrückte sie geschickt mit ein paar Infos und vorbereiteten Unterlagen bis zur Ankunft unseres Reisecars.

Besuch auf dem Betrieb Barup in Karise

Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir bereits den ersten Highland Cattle Betrieb Barup in Karise von Niels Seidenfaden. Wie schon berichtet war er 2007 bei unserer Show Richter. In der Zwischenzeit ist er Präsident des dänischen Rassenclubs.
Beeindruckt vom schönen Garten genossen wir das Pic-Nic mit diversen fein gefüllten Broten. Auch wenn das Kulinarische auf so einer Reise nicht im Mittelpunkt steht, so beglückt es doch immer wieder Gemüht und besonders Gaumen.
Seit 1991 hält Niels auf seinen 60 ha Highland Cattle. Mittlerweile sind es ca. 90 Tiere, wovon momentan ca. 40 Kühe sind. Die Tiere sind in Gruppen mit verschiedenen Stieren unterteilt. Darunter sind diverse Farbschläge und Genetiken zu finden. Das Fleisch wird direkt ab Hof vermarktet.
Neben seinem Landwirtschaftsbetrieb ist Niels in der Pektinproduktion tätig. Pektin wird bei seinem aufgezeigten Beispiel aus Citrustrester gewonnen. Die Begeisterung von dieser Tätigkeit sowie auch der Zucht seiner Highland Cattle waren aus seinen Erzählungen herauszuspüren.

Übernachtungen in Roskilde auf Sjaelland

Die zwei ersten Nächte verbrachten wir in einem Youth Hostel in Roskilde auf Sjaelland. Was man in den Zimmern an Komfort und Sauberkeit etwas einbüsste, machte der direkt angrenzende romantische Hafen wieder wett. Zahlreiche Segelboote und schnittige Motorjachten wankten an den Stegen und ganz weit weg von der Gegenwart liess einem der Anblick eines original Wikingerschiffes schweifen.

Besuch auf dem Staatsbetrieb Vestskoven

Nach dem Morgenlied von Lisbeth kamen wir mit guter Stimmung auf dem Betrieb Vestskoven in Albertslund an und wurden von Tove Frandsen, der Betriebsleiterin, herzlich empfangen. Vestskoven ist grundsätzlich ein Erholungsgebiet, das dem Staat gehört. Es gibt viele Reit- und Wanderwege sowie Plätze für Schüler. Seit 1977 werden auf den total 1500 h, wovon 400 h Weideland sind, Highland Cattle gezüchtet. In den Anfängen haben viele auch vom Ausland von diesem Betrieb Tiere erworben. In den 80er Jahren wurden gar Stiere zur Einbringung neuer Blutlinien nach Schottland exportiert. Die früher 50-köpfige Kuhherde ist jedoch heute auf die Anzahl von 16 grösstenteils roten geschrumpft. Durch die herzliche Betreuung von Tove, die die Tiere sichtlich liebt, ist die Herde sehr ruhig und gut gepflegt.

 
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Weiterfahrt zu Brandenbjerg, den Betrieb von Lisbeth und Bjarne Plenge
Lisbeth unsere perfekte Reiseführerin berichtete uns unterwegs auch allerhand über Land und Leute. Die Landwirtschaft ist in Dänemark sehr wichtig. Je nach Gebiet und Bodenbeschaffenheit wird das Land mit z. B. Getreide oder Kartoffeln genutzt. Auf Jutland im Westen von Dänemark hat die Erde einen sehr hohen Sandanteil. Damit dieser nicht vom fast dauernden Wind abgetragen wird, wurden zwischen den Feldern Hege zum Schutz gepflanzt.
Unser nächstes Ziel war Gunderod, ein kleiner Ort mit ca. 100 Einwohner. Dort befindet sich in einem ganz leicht hügeligen Gebiet der Hof Brandenbjerg. Seit 1991, nach Ihrer Tätigkeit als Flightattendent, hat Lisbeth mit Ihrem Ehemann Bjarne diesen Hof gekauft und mit 6 Absetzern mit der Highland Cattle-Zucht begonnen. Heute zählt die Herde ca. 35 Tiere.
Wieder mit gutem Wetter beschert, konnten wir das Essen vieler fein belegter Smorebrot im Freien geniessen. Wir durften auch das schöne Haus mit hunderten, wohl nahezu aller erhältlicher, Highland Cattle Souvenirs ansehen. Trotzdem freute sich Lisbeth noch über unser kleines Mitbringsel – eine Wanduhr mit Highland Motiv. Obwohl wir noch lange dort hätten verweilen können, ging unser Programm schon wieder weiter.
 
Fredbogard – ein Grossbetrieb mit eigenem Laden im Ort

Mette Nielsen führt in Gilleleje einen hübschen kleinen Laden. Die Schaufenster sind mit einem grossen Highland-Motiv originell beschriftet. In einer Kühltruhe bietet Mette ihr Fleisch ab Hof an. Ca. alle zwei Wochen werden 1 bis 2 Tiere geschlachtet und grösstenteils auf diesem Weg vermarktet. Auch mit vielen anderen Produkten wie z. B. Tee, Gewürzen, Gemüse und speziellen Toilettenartikel kann man sich in diesem kleinen Laden, indem wir unmöglich alle Platz gehabt hätten, eindecken.
Kurz darauf, schon wieder auf Achse, besuchten wir den Landwirtschaftsbetrieb von Mette und ihrem Mann Svend Nielsen im nahe gelegenen Graested.
Svend erzählt uns stolz über die soeben erhaltene Bewilligung für einen eigenen Schlachthof – es sei für ihn damit ein langjähriger Wunsch in Erfüllung gegangen.
Dass dieser Betrieb einen guten Manager bedarf, sieht man schnell. Auf rund 180 ha grasen 280 wohlgenährte Highland Cattle. In der einen Weide sind uns ca. 100 Tiere entgegenspaziert, was in dieser Zahl schon einen sehr imposanten Eindruck macht.

Überfahrt nach Jylland auf den Hof von Anni und Peter Assenbjerg

Ähnlich wie Vestskoven ist auch der Name Assenbjerg auf einiger unserer Abstammungspapiere zu finden. Das Paar hat bereits einige gute Tiere gezüchtet. Ihr momentan in der Herde befindender Stier Urani ist ihr ganzer Stolz. Der helle Stier mit guter Bemuskelung und schönem Behang hat schon einige Championtitel mit nach Hause gebracht. Die Herde von Anni und Peter machte auf uns einen sehr ruhigen Eindruck. Peter berichtet uns von seiner bewährten Methode, wie er seine Tiere ans Halfter gewöhnt und gleichzeitig ihr Vertrauen gewinnt. Futterraufen und Behandlungsstand habe er selber entwickelt und gebaut.

Im Paradies - Pilkmose bei Sine und Arne Hansen

Beinahe hätte uns das Wetter am Samstag Vormittag einen Streich gespielt. Doch kaum stiegen wir aus unserem Car, stellte sich der Regen ein und wir konnten den wunderschönen Betrieb von Sine und Arne Hansen besichtigen. Auf der Weide wie beim Wohnhaus hat Arne einen künstlichen See angelegt. In dieser idyllischen Kulisse konnten wir gar zusehen wie die Highlander ihren Weg durchs Wasser abkürzen.
So gross wie manche unserer Schweizerweiden ist der Garten mit See von Sine. Sie hegt und pflegt diese traumhaft schöne Anlage selber. Sofort bemerkt man den Stolz und die Freude, des doch auch schon etwas betagten Paares, die sie in diesen Hof und ihre Tiere investieren.

 
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Sonntag – unsere letzten Besuche auf Jylland vor der Rückfahrt nach Kopenhagen

Wir wurden auf den verschiedenen Betrieben nicht nur freundlich empfangen, sondern auch überall köstlich verpflegt - an diesem Tag auf dem Hof Agervig bei Elin und Jorn Uhre in Varde.
Neben einer eigenen eher kleineren Zucht betreiben die Beiden eine Export-Firma. Wer sich also ein dänisches Tier kaufen möchte, ist bei Jorn genau richtig. Er kennt alle Vorschriften und Auflagen, die für einen Export in die umliegenden Länder nötig sind. Für ihn war natürlich unser Besuch auch eine Hoffnung auf künftige Geschäfte. Im Jahr 2002 haben die beiden übrigens unsere Highland Show besucht.

Nordgard – ein Hof wie in Rosamunde Pilchers Romangeschichten

Ein schlossähnliches Haus, eine riesige Einfahrt mit grüner Insel um jene drei Cars miteinander wenden könnten und dann noch ein hübsches junges Betriebsleiterpaar – wem kommen da nicht die Romane von Rosamunde Pilcher in den Sinn. Doch wir waren nicht in Schottland sondern in Dänemark bei Charlotte und Ole Skou in Ringsted. Die beiden haben eine eher kleine aber schmucke Herde von sehr zutraulichen Tieren. Charlotte, die recht gut deutsch spricht, berichtet uns von unzähligen Paarungen mit ausgezeichneten Stieren. Das Zuchtfieber der Beiden ging bis hin zu Embryotransfers aus Amerika, die von Holsteinkühen ausgetragen wurden.


 
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Zusammenfassend – im Vergleich zur Schweiz

Abgesehen von den schönen Betrieben mit sicherlich einigen sehr guten Tieren dürfen wir die Fütterung und Nutzung von Highland Cattle mit der Schweiz nicht gleichsetzen. Bei uns ist es verpönt und gar in der Fleischproduktion verboten, Kraftfutter einzusetzen – in Dänemark ist es normal, dass Futtertröge überall bereit stehen. Die Tiere sind entsprechend von grossem und schwerem Typ. Die Vorzüge aus dem Fleisch mit seinem wertvollen Wachstumseiweiss werden gänzlich ignoriert. Die Dänen sagen, es sei zu teuer ein Tier bis 2-jährig oder länger zu halten. Wie sich die Investition in das Kraftfutter hingegen dem fast überall vorigen Land rechnet, versteht sich aus unserer Sicht eigentlich schwer. Man fragt sich sogar, warum werden so viele Highland Cattle gehalten, während man eine andere Mastrasse zu eindeutig mehr Gewicht brächte? Es muss doch die unvergleichliche Robustheit, die Imposanz und der Charme dieser Rasse sein, die auch uns täglich immer wieder neu überzeugt.

Es wäre noch viel über diese Reise zu berichten. All die Eindrücke während der Fahrt, die Erzählungen von Lisbeth, unser Ausflug durch Kopenhagen zu der kleinen Meerjungfrau und der Besuch im Freizeitpark Tivoli. Was Worte noch endlos ausschmücken könnten, schliessen ein paar Bilder mit lieben Grüssen an alle Teilnehmer/innen ab, die diese Tage mitgestaltet haben.

Wort und Bild: Petra Eggimann

Beat und Petra Eggimann
Highland Cattle vom Sumiswald
www.highlandfarm.ch





 
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